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<title>Parforcehorn</title>
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<p>Das <b>Parforcehorn</b>, im französischen die <a href="Trompe_de_Chasse" title="Trompe de Chasse">Trompe de Chasse</a>, ist ein <a href="Blechblasinstrument" title="Blechblasinstrument">Blechblasinstrument</a>, das als Signalinstrument für die <a href="Parforcejagd" title="Parforcejagd">Parforcejagd</a> dient. Es ist ein Vorläufer des <a href="Waldhorn" class="mw-redirect" title="Waldhorn">Waldhorns</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bauarten">Bauarten</h2></div>
<p>Das Parforcehorn besteht aus einer annähernd zylindrischen Röhre aus <a href="Messing" title="Messing">Messing</a>, die zum Ende hin konisch in eine ausladende Stürze (<a href="Schallbecher" title="Schallbecher">Schallbecher</a>) ausläuft. Das ursprüngliche Horn zum jagdlichen Gebrauch hatte nur eine Windung, erst für den Einsatz im Orchester wurde es mehrwindig gebaut. Für den Gebrauch im Rahmen des jagdlichen Brauchtums gibt es mittlerweile auch ein mehrwindiges Instrument mit reduziertem Windungsdurchmesser, das handlicher als das originale Horn ist. Die Windung(en) sind bei modernen Instrumenten häufig mit einem Lederriemen umwickelt. Dadurch werden die Griffigkeit und die Stabilität des Instruments erhöht und Korrosion des Metalls durch Handschweiß vermieden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung">Verwendung</h2></div>
<p>Parforcehörner dienen vorrangig im <a href="Jagdliches_Brauchtum" title="Jagdliches Brauchtum">jagdlichen Brauchtum</a> zum Blasen von <a href="Jagdsignal" title="Jagdsignal">Jagdsignalen</a>. Die große Windung erlaubt es, Kopf und Arm hindurchzustecken und das Horn über der Schulter zu tragen. So bleiben beide Hände zum Reiten frei.
</p><p>Einige romantischen Opern, wie <i><a href="Der_Freisch%C3%BCtz" title="Der Freischütz">Der Freischütz</a></i> von <a href="Carl_Maria_von_Weber" title="Carl Maria von Weber">Carl Maria von Weber</a> im „Jägerchor“ und <a href="Joseph_Haydn" title="Joseph Haydn">Joseph Haydns</a> Oratorium <i><a href="Die_Jahreszeiten_(Haydn)" title="Die Jahreszeiten (Haydn)">Die Jahreszeiten</a></i> setzen zur künstlerischen Wirkung auf eine Imitation dieser Instrumente. Die Melodie für den <i>Freischütz</i> lässt sich mit den 6. bis 14. Tönen der <a href="Reine_Stimmung" title="Reine Stimmung">Naturtonleiter</a> blasen.
</p><p>Parforcehörner werden heute auch konzertant in so genannten Bläsercorps geblasen, die Instrumente in Es oder Es/B üblicherweise allein, wobei vierstimmige Sätze überwiegen. Das Parforcehorn in Es klingt nur einen Halbton höher als die in D gestimmte Trompe de chasse und lässt sich genau so gut wie diese überblasen. Daher können auf Parforcehörnern in Es auch die für die Trompe de Chasse komponierten Stücke gespielt werden. Begünstigt wird dies dadurch, dass höherwertige Instrumente, vor allem solche ohne Umschaltventil, mittlerweile über einen ähnlich großen Dynamikbereich wie die Trompe de Chasse verfügen.
</p><p>Parforcehörner in B und solche in Es/B mit auf B-Position arretiertem Umschaltventil werden auch zusammen mit <a href="F%C3%BCrst-Pless-Horn" title="Fürst-Pless-Horn">Fürst-Pless-Hörnern</a> geblasen, wobei vierstimmige (2 Fürst-Pless-Horn-Stimmen, 2 Parforcehorn-Stimmen) und sechsstimmige (4 Fürst-Pless-Horn-Stimmen, 2 Parforcehorn-Stimmen) Sätze dominieren. Bei einstimmigen Jagdsignalen spielen die Parforcehörner eine Oktave tiefer als die Fürst-Pless-Hörner.
</p><p>Das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten ist selten. Gelegentlich werden Parforcehörner zum Beispiel im Rahmen einer <a href="Hubertusmesse" title="Hubertusmesse">Hubertusmesse</a> zusammen mit der <a href="Orgel" title="Orgel">Orgel</a> eingesetzt. Das Instrument wird auch bei <a href="Fanfarenzug" title="Fanfarenzug">Fanfarenzügen</a> verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stimmungen,_Haltung,_Spieltechnik"><span id="Stimmungen.2C_Haltung.2C_Spieltechnik"></span>Stimmungen, Haltung, Spieltechnik</h2></div>
<p>Die <a href="Grundstimmung_(Blasinstrument)" title="Grundstimmung (Blasinstrument)">Grundstimmung</a> ist in Es, B oder mit einem <a href="Ventil_(Blasinstrument)" title="Ventil (Blasinstrument)">Ventil</a> umschaltbar zwischen Es oder B. Das Instrument in B klingt eine Quinte höher als das in Es. Durch das Blasen mit <a href="Naturtonreihe" title="Naturtonreihe">Naturtönen</a> können auch Melodien und als charakteristische zweistimmige Tonfolge die sogenannten <a href="Hornquinten" title="Hornquinten">Hornquinten</a> gespielt werden. Auf dem Instrument in B sind mindestens 12 Naturtöne spielbar, auf dem Instrument in Es mindestens 16. Parforcehörner sind <a href="Transponierendes_Musikinstrument" class="mw-redirect" title="Transponierendes Musikinstrument">transponierende Instrumente</a>, notiert wird immer in C-dur (d. h. ohne Vorzeichen) im <a href="Violinschl%C3%BCssel" class="mw-redirect" title="Violinschlüssel">Violinschlüssel</a>. Das Parforcehorn in B wird auch in einer Ausführung mit drei Ventilen (Wirkung der Ventile wie bei einer Trompete) gebaut. In Frankreich wird an Stelle des Parforcehorns die auf dem Grundton D stehende <a href="Trompe_de_Chasse" title="Trompe de Chasse">Trompe de Chasse</a> geblasen.
</p><p>Das Instrument wird mit der rechten Hand gehalten, die linke Hand hat eventuell nur leicht stützende Funktion. Entgegen der modernen Waldhornhaltung wird die rechte Hand nicht in die Stürze gelegt, das Instrument wird normalerweise offen gespielt. Das <a href="Stopfen_(Musik)" title="Stopfen (Musik)">Stopfen</a>, also das tiefe Einführen der Hand in die Stürze, wodurch der geblasene Ton um bis zu einem Ganzton tiefer klingt, wird gelegentlich angewendet, um offen nicht spielbare Töne zu realisieren. Gestopfte Töne klingen deutlich dunkler als offene Töne. Beim Instrument in Es/B können einige dieser Töne auch durch Umschalten von Es auf B realisiert werden, wenn das Stück an sich auf Es steht. Diese Methode ist jedoch bei Stücken, die für nicht umschaltbare Parforcehörner komponiert wurden, umstritten, da der klangliche Unterschied zwischen offenen und gestopften Tönen zum Charakter dieser Stücke gehört.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mundstück"><span id="Mundst.C3.BCck"></span>Mundstück</h2></div>
<p>Das ursprünglich verwendete Parforcehorn-<a href="Instrumentenmundst%C3%BCck" title="Instrumentenmundstück">Mundstück</a> ist trichterförmig und hat einen extrem schmalen Rand. Dadurch entsteht ein sehr durchdringender Ton, der im Wald sehr weit trägt. Beim originalen Gebrauch kommt es nicht auf „romantische Klangschönheit“, sondern auf große Lautstärke an. Früher schnitten sich deshalb die Bläser die Lippenhaut auf und ließen sie <a href="Narbe_(Wundheilung)" title="Narbe (Wundheilung)">vernarben</a>. Die so verhärtete Haut verhinderte, dass ein zu starker Druck des Mundstückes die <a href="Lippe" title="Lippe">Lippenmuskulatur</a> durchquetschte. Dieses „Schmettern“ ist jedoch Vergangenheit, die Dynamik spielt auch in der modernen Interpretation eine wichtige Rolle. Moderne Parforcehornmundstücke sind im Prinzip wie Waldhornmundstücke gebaut, ein kleiner Kessel begünstigt das Blasen in hohen Lagen, ein großer Kessel das in tiefen Lagen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Josef Pöschl: <i>Jagdmusik: Kontinuität und Entwicklung in der europäischen Geschichte.</i> H. Schneider, 1997 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=BYgXAQAAIAAJ&q=Parforcehorn&dq=Parforcehorn&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjl6r72tffKAhUFQpoKHf5pDGwQ6AEIPzAE">online</a>)</li>
<li>Monika Lustig: <i>Jagd- und Waldhörner: Geschichte und musikalische Nutzung.</i> Wissner, 2006 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=8ZIIAQAAMAAJ&q=Parforcehorn&dq=Parforcehorn&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjl6r72tffKAhUFQpoKHf5pDGwQ6AEITTAH">online</a>)</li>
<li>Volker Giel: <i>J. W. Goethe – Briefe, Band 6: Anfang 1785 – 3. September 1786.</i> Walter de Gruyter, 2010, S. 397 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=pz7nBQAAQBAJ&dq=Parforcehorn&hl=de&source=gbs_navlinks_s">online</a>)</li>
<li>Gisela Csiba, József Csiba: <i>Die Blechblasinstrumente in Johann Sebastian Bachs Werken.</i> Merseburger, 1994 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=mqcXAQAAIAAJ&q=Parforcehorn&dq=Parforcehorn&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjl6r72tffKAhUFQpoKHf5pDGwQ6AEISDAG">online</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Parforcehorn" class="extiw external" title="wikt:Parforcehorn">Wiktionary: Parforcehorn</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://volxmusik.de/glossar.html">Parforcehorn</a> im Glossar auf <i>volxmusik.de</i> (siehe unter „P“)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.parforcehornmusik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=58:die-verschiedenen-jagdhornarten&catid=40:instrument-jagdhorn&Itemid=88"><i>Die verschiedenen Jagdhornarten</i></a> auf <i>parforcehornmusik.de</i></li></ul>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4356290-5">4356290-5</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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